Ortsschell

Jährlich erscheint eine Publikation mit dem Titel „Ortsschell", die 20 bis 30 Seiten umfasst. Die Vereinsmitglieder erhalten diese kostenlos. Alle anderen Interessenten können sie über Verkaufsstellen im Ort beziehen.

Bisher sind folgende Ausgaben erschienen:

Heft 1 - Chronik einer Firma - 90 Jahre Schütte-Lanz

Im Jahr 1909 gründeten Karl Wilhelm Lanz und Johann HeinrichKarlSchütte in Brühl die Firma „Luftschiffbau Schütte-Lanz“. Das erste hier fertig gestellte Luftschiff SL1 ging am 17. Oktober 1911 auf Jungfernflug. Nach umfangreichen Erprobungsfahrten und Änderungen wurde die gesamte Konstruktion überarbeitet und ein neues Luftschiff gebaut, SL2. Dieses Luftschiff SL2 erwies sich nach den Worten ihres Konstrukteurs Schütte als „Standartluftschiff“. Und tatsächlich wurden viele Konstruktionsmerkmale auf die Zeppelin-Luftschiffe übertragen oder von britischen Luftschiffbauern übernommen.

Wirtschaftlich scheiterten allerdings die Schütte-Lanz Konstrukteure nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Es wurden jedoch andere Produktionszweige, die auf den Erfahrungen Luftschiffbau gründeten, entwickelt, von denen einige erfolgreich waren. Die größte davon, die Holz- und Sperrholzherstellung, blieben bis zur endgültigen Liquidation der Nachfolgefirma 2002 bestehen. Die Darstellung der Firmengeschichte in dieser „Ortsschell“ endet im Jahr 1999, dem Jahr des 90jährigen Bestehens der Firma.

Heft 2 - 100 Jahre Villa Meixner

Nacheinem90-hrigen Firmenjubiläumkonnte der vereininderzweitenAusgabe der„Ortsschell“ übereinJahrhundert-Ereignis berichten:100Jahre VillaMeixner. Von der Grundsteinlegung bis zur Umwandlung des Gebäudes in die ‚Gute Stube von Brühl/Rohrhof’ werden die Eigentümer erschlossen, wird das Haus mit all seinen baulichen Veränderungen bzw. den Renovierungsarbeiten minutiös nachgezeichnet. Im Jahr 2012 dient das Haus mit seinem Garten als Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen, vor allem aber als begehrter Ort für Eheschließungen.

Heft 3 - Dourtenga die etwas andere Partnergemeinde

Im Jahr 2001 reiste eine Delegation aus Brühl nachDourtenga, umdenPartnerschaftsvertrag,deram13. April1997inBrühlunterzeichnet worden war,endgültigzuunterschreiben. Die Reise wurdefüralleTeilnehmerzueinemunvergesslichen Erlebnis.NochtiefbeeindrucktvondieserFeierlichkeitbeschlossdieDelegation, gemeinsam mit denen, die am Zustandekommen dieser Partnerschaft mitgewirkt haben, eine kurze"Geschichte der Partnerschaft Brühl - Dourtenga"zusammenzustellen,umdieBürgerderGemeindeBrühl,dieeine Schulpatenschaft übernommen haben oder die Partnergemeinde auf andereWeiseunterstützen,ausführlichüberLandundLeute,ihre Artzuleben undihreSorgenundNötezuinformieren.

Im erstenTeilderOrtsschell Nr. 3werden"Königreiche,Kolonienunddiemodernen StaatenAfrikas"vorgestellt, wirdüberSprachenundReligionendiesesKontinents berichtet. Etwasausführlicher wird aufdiealtenStammesreligioneneingegangen.WissenswertesüberdenwestafrikanischenStaatBurkinaFaso,zudem Dourtengagehört,undInformationenüberunserePartnergemeindebeschließendiesenTeil.

Imzweiten TeilderOrtsschell"GeschichteeinerPartnerschaft"schildern derEhrenvorsitzendeHansLoosundderVorsitzendedes"Förderkreises"Klaus KrebaumsowieGüntherReffert,Bürgermeistera.D.,wie die ersten BegegnungenmitVertreternunsererPartnergemeindeabliefenundwie der PartnerschaftsvertragmitDourtengaüberhauptzustandekam.

Heft 4 - Rohrheim - Rohrhof 976-2001 Rückblick auf 1025 jährige Vergangenheit

Rückblick auf eine 1025-jährige Vergangenheit des Rohrhofs, zusammengestellt von Ludwig Friedrich.

Vor- und Frühgeschichte

In seiner Einführung geht Ludwig Friedrich auf die Sammlung des früheren Brühler Ratsschreibers   Ludwig Schnepf (1916-1945) ein. Dieser stellte seine private Sammlung in einer „Heimat-geschichtlichen Schau“ der Gemeinde Brühl am 13. und 20. November 1938 nachmittags im Saal des Gasthauses „Zum Karpfen“ vor. Heute sind die Fundstücke zum größten Teil in den Reiss-Engelhorn_Museen in Mannheim.

Streufunde sind aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit (17. bis 9. Jh. v. Chr.) vorhanden. Dazu kommen Funde aus bronzezeitlichen Gräber und ein Schädel aus der fränkischen Zeit (5. bis 9. Jh. n. Chr.) auf den Kiesäckern südwestlich von Rohrhof. Auf dem Gelände des ehemaligen Brühler Bahnhofs wurde ein keltisches Flachgrab aus der La Téne Periode (etwa 4. bis 1. Jh. v. Chr.) geborgen.

Erste Erwähnungen Rohrhofs

Die älteste urkundliche Nachricht von Rorhrheim / Rorheim stammt aus dem Jahre 976. In der Urkunde aus diesem Jahr schenkte Kaiser Otto II. dem Bischof Anno von Worms die Abtei Mosbach mit 23 Dörfern, darunter „Rorheim“.

Im Jahr 1152. übergab Bischof Buggo von Worms „Rorheim“ im Austausch gegen Freimersheim dem Kloster Schönau. Seitdem waren sämtliche Lehensverhältnisse „Rorheim“ und Brühl betreffend gelöst. „Rorheim“ ging als freies Eigentum in den Besitz des Zisterzienserklosters Schönau über. Damit gelangte Rohrhof und Brühl unter die Herrschaft der Fürstbischöfe von Speyer.

Im Jahr 1557 verlieh Peter Ruf, der über die Schönauer Güter gesetzte Verwalter, der Gemeinde Brühl den Hof, der von diesem Jahr an offiziell den Namen Rohrhof trägt.

Eindeichung des Rohrhofs

1570 übernahm der Niederländer Ritter Johann von Jung, genannt Junius, kurpfälzischer Rat und beider Rechte Doktor, den Rohrof. Von Jung stammte aus der niederländischen Provinz Oberijsel an der Zuider-See und kannte sich im Deichbau aus. Er ließ die gesamte Gemarkung Rohrhof mit einem mächtigen Deich und einem Graben umgeben, legte Stichkanäle zur Wiesenentwässerung und Ableitung des Druckwassers an. Sie mündeten alle in den großen, der Fischzucht dienenden „Canal“, der vom Rhein in den Hof führte. Es war die erste und für lange Zeit einzige Eindeichung. Erst im Jahr 1798/99, als die Lage wegen der zahlreichen Überflutungen ganz unhaltbar geworden war, wurden die Dämme und Gräben erneuert. Damals war Peter Neff Stabhalter im Rohrhof und auf seine dringende Bitte und eindringliche Schilderung über „all das Schlimme, was im Laufe der Jahr- zehnte über den Rohrhof hineingebrochen war“ wurde der alte Damm repariert.

Im Jahr 1624 hatten Brühler Bauern den Hof für drei Jahre gepachtet. Nach Ablauf dieser Zeit übernahm dann der Brühler Schultheiß Hans Georg Schirmer mit einigen Gemeindeleuten den gesamten Rohrhof auf sechs Jahre. Bis zum Ende des Krieges wurde der Hof noch einige Male verpachtet, doch es muss äußerst schwierig gewe- sen sein, den Hof in dieser Zeit zu bewirtschaften, denn die Pächter haben während dieser Schreckensjahre in „Jammerbriefen“ an die Verwalter um die Herabsetzung der Pacht gebettelt.

Hof und seine Gebäude

Einer der ersten Pächter nach dem Krieg war der Vizestallmeister Emanuel Frobenius. Er hatte den desolaten Hof von 1654 bis 1666 gepachtet und er verlangte von dem Schönauischen Verwalter einen beträchtlichen Beitrag zur Sanierung des Hofes. Der Hof war in seiner ganzen Ausdehnung mit einem Lattenzaun umgeben, in den drei Tore eingelassen waren, eines gegen Heidelberg, eines gegen Brühl und eines gegen den Rhein. Der eigentliche Herrenhof und die die Behausung der Hofleute sowie eine Reiihe von Wiirtsvhaftsgebäuden.

Von Speyer an die Kurpfalz

Nach langem Hin und Her zwischen der Kurpfalz und dem Bischof von Speyer um Ländereien, verzichtete Bischof Johann Hugo 1709 im Austausch gegen Landbesitz auf der Koller auf seinen Anteil von Brühl. Dadurch wurden Rohrhof und Brühl kurpfälzisch.

Von der Kurpfalz an Baden

Brühl und der ihm zu dieser Zeit gerichtlich und kirchlich unterstellte Rohrhof kamen 1802/03 an das neu entstandene Großherzogtum Baden.

Am 30. Oktober 1878 wurde auf Drängen der Gemeinde Bühl der Dienst des Stabhalters von Rohrhof beendet. Sämtliche Dienstbefugnisse gingen auf das Bürgermeisteramt Brühl über. Damit war die Ära der Stabhalter und die Stabhalterei Rohrhof beendet.

Exkurse:

„Der Rohrhof im Jahre 1666 – eine Ortsbeschreibung“ von Ludwig Friedrich.

„Die Fasanerie, ein Bauwerk „zur Plaisier“. Schwetzingen, Brühl und Rohrhof mußten dafür Land abtreten.“ von Dr. Fritz Reh.

„Rohrhof und die Stabhalter“ von Ludwig Friedrich.

Der „Rohrhof“ und sein Verhältnis zu Brühl von Alfred Körber, Bürgermeister von 1948 bis 1973 (stark gekürzte Fassung)

„Die Stauffer- Bibel und ihre Geschichte“ von Winfried Geier

„Die gute alte Zeit. ´s Albertl und der steinerne Reiter - Ein Blick in die geheimnisvolle Vergangenheit Rohrhofs“ von Otto Knaus, Apotheker und Verfasser von „800 Jahre Brühl“

„Der Rohrhof und das Luftschiff-Unglück vom 14. April 1912“ von Hedwig Laudin. Erschienen im „Hemshof Echo“ im Jahr 1943.

„Rund um den Hofplatz: „Erinnerungen“ von Erna Ries geb.Stauffer“, aufgeschrieben im Mai des Jahres 1996 von Dr. Ralf Göck.

„40 Jahre Carnevalverein „Die Rohrhöfer Göggel“ e.V.“ von Gerhard Luksch.

„Kleine Vereinsgeschichte des Sportverein Rohrhof 1921 e.V.“ von Hans Hufnagel


Heft 5 - Wer vieles bringt wird manchem etwas bringen

Am  10. Januar  1998  veröffentlichte die „Schwetzinger Zeitung“ einen Artikel über die Schenkung der Ruffler-Bibel aus dem Jahr 17555 an die Gemeinde durch Rosemarie Ruffler als Vermächtnis ihres Mannes. Pfarrer Ackermann verfasste  im Auftrag des Heimat- und Brauchtumsvereins einen Beitrag für die „Ortsschell“ über diese im Jahr 1755 gedruckte Bibel. Lesen sie selbst, was er über diese Bibel zu sagen weiß.


 Die Brühler Mühlen werden von Weihe  hat  sich  dieses  schwierigen  „Mühlen- Themas“ angenommen und versucht in seinem Beitrag ein wenig Licht in die komplizierten „Mühlen-Verhältnisse“ zu bringen.

Mit der Herkunft der Tradition der Weihnachtsgans  befasst sich weiterer Artikel.  Der Legende nach hat die englische Königin Elisabeth I. (1558-1603) die Nachricht vom Sieg über die spanische Armada (1588) eben in dem Moment am Heiligen Abend erfahren, als ihr eine Gans serviert wurde. So sei  die  englische  Weihnachtsgans  populär  geworden,  habe  dann  den Sprung  über  den  Kanal  auf den  Kontinent  erfolgreich geschafft, wo sie- auf der Speisetafel schon durch die Martinsgans ausgesprochen gut eingeführt  - auch  zunehmend  das  „Weihnachtsessen“  in  unseren  Landen gestaltet habe.

Ein Beitrag von Dr. Fritz Reh (1910-1944) mit dem Titel „Aus der Baugeschichte der Brühler Kirchen“, fand sich in alten Zeitungen.

Mit einigen Worten über „Weihnachten – Sitten und Bräuche im Wandel der Zeit“ und den „Jahreswechsel“ endet die  „Ortsschell Nr.5“.

Heft 6 - Besatzungszeit und Wiederaufbau - Brühl in den Jahren von 1945 bis 1955.

Heft 7 – Mundarten

Heft 8 – Weixdorf

Heft 9 - Die Brühler Kapelle im Wandel der Zeit
Dr. Ludwig Friedrich, Paul Wüst und Hans Weihe widmen sich in der Ortsschell 9 der Brühler Kapelle am Friedhof. Unter dem Titel „Die Brühler Kapelle im Wandel der Zeit - Versuch einer Dokumentation“  recherchieren sie die  zur Baugeschichte. Zur besseren Übersicht unterteilen die Autoren ihre Darstellung in vier Epochen von 1875 bis 2003:

I.   Eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes. 1875 ? – 1923

II.  Die Kriegergedächtniskapelle. 1923 – 1941

III. Die Kriegerkapelle. 1941 – 1948

IV. An der Kapelle nagt der Zahn der Zeit. 1960 – 2000

V. Ein neues Jahrtausend beginnt. Die Restaurierung des Mosaiks im Jahre 2003

 

Darüber hinaus wird jeweils ein Kapitel den katholischen Geistlichen Oskar Fahrmeier (bis 1938 Pfarrer in Brühl) und Johannes Beykirch (1938 bis 1953 Pfarrer in Brühl) gewidmet.

 

I. Epoche. Eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes. 1875 ? – 1923

Die Recherchen der Autoren ergaben, dass die Kapelle bereits lange vor ihrer Weihe im Jahr 1879  bestanden haben muss. Geweiht wurde sie von Pfarrer Münch aus Schwetzingen, der sich beim Erzbischöflichen Ordinariat dafür eingesetzt hatte. Der Unterhalt des Gebäudes wurde finanziell von einer Stiftung getragen, die Elisabetha Ackermann geb. Rohr aus Brühl ins Leben gerufen hatte.

 

II. Epoche. Die Kriegergedächtniskapelle. 1923 – 1941

Anfang der 1920er Jahre befand sich die Kapelle in einem schlechten baulichen Zustand. Der Brühler katholische Pfarrer Oskar Fahrmeier machte das Erzbischöflich Ordinariat darauf aufmerksam und bat diese darum die Kapelle weihen zu dürfen. Dem Gesuch wurde entsprochen. Spenden ermöglichten es, die Kapelle zu renovieren. Der Innenraum wurde durch den Kirchenmaler Classen aus Heidelberg neu ausgemalt, wobei die Decke und die Wände vollständig abgekratzt werden mussten.

Verbunden war(en) die Spende(n) mit der Bestimmung, diese dem Andenken der gefallenen Soldaten zu widmen. Dem Sprachgebrauch entsprechend wurde die Kapelle nun zur „Kriegergedächtniskapelle“. Die Weihe erfolgte am 1. Juli 1923.

 

III. Epoche. Die Kriegerkapelle. 1941 – 1948

Im Kriegsjahr 1941 ließ Brühler katholische Pfarrer Johannes Beykirch, Nachfolger von Oskar Fahrmeier, in der kleinen Brühler Kapelle ein Mutter-Gottes-Bild als Altarbild aufstellen, das der Professor für Kunstgeschichte Pater Gustav Hermes von der Theologischen Hochschule in Schönstatt bei Koblenz gemalt hat. Vermutlich im gleichen Jahr beauftragte man die Karlsruher Malerin Clara Maria Kreß, eine Meisterschülerin von Prof. Babberger, dieses Ölgemälde von Pater Hermes künstlerisch zu „fassen“, besser gesagt einzurahmen und das gesamte Kapelleninnere neu zu gestalten. Ihr Entwurf sah vor, einen Mosaik-Altar und eine Mosaik-Kapelle zu schaffen, auf deren Innenwänden die Namen der Toten der beiden Weltkriege für immer mit der Gedächtniskapelle verschmelzen. Der Verlauf des Krieges ließ eine zügige Umsetzung jedoch nicht zu. Erst 1948 kamen die letzten Kisten mit Mosaiksteinen aus Berlin an. Am 28. November 1948, dem ersten Adventssonntag, wurde die „Kriegerkapelle“ eingeweiht.

 

An der Einweihung waren alle Brühler Gruppen beteiligt:

Bürgermeister Körber, Landrat Dr. Gaa, Pfarrer Beykirch von der katholischen Kirchengemeinde sowie der evangelische Pfarrer Backfisch,  die   beiden   Brühler   Kirchenchöre,   die   Männergesangsvereine „Konkordia“  Brühl,  „Sängerbund“  Brühl,  „Sängereinheit“  Rohrhof  sowie  die Musikkapelle Brühl.

 

An den Wänden werden die  Namen von mehr als dreihundert der in zwei Weltkriegen gefallen Brühler aufgelistet,  78 davon entfallen auf den Ersten Weltkrieg.

 

IV. Epoche. An der Kapelle nagt der Zahn der Zeit. 1960 – 2000

1961 musste die Kapelle wieder renoviert werden. Sowohl damals als auch 2002 wurden die elektrischen Anlagen auf den neuesten Stand der Technik  gebracht. Weitere Instandsetzungsmaßnahmen wurden der Kapelle wurden in den Jahren 1977, 1984 und 1985 durchgeführt.

 

V. Epoche. Ein neues Jahrtausend beginnt.

Die Restaurierung des Mosaiks im Jahre 2003

Der Brühler  Werner Faulhaber,  stieß im Jahr 2001 die bislang letzte Renovierung der Mosaiken an. Im  Herbst  des  Jahres  2002  beauftragte  die politische Gemeinde Lucia Grün aus Offenburg, die Schäden am Mosaik zu beurteilen und ein Restaurierungskonzept zu erstellen. Zunächst musste im Jahr 2003 eine komplette Entsiegelung der Außenfassade der Kapelle durchgeführt werden, um einem erneuten Feuchtigkeitsstau vorzubeugen. Zudem musste das Silikon aus sämtlichen Fugen mit einem Skalpell entfernt und mit einem mit Erdpigmenten eingefärbten Kalkmörtel neu verfugt werden. Die Zementplomben wurden mit Hammer und Meißel entfernt. Der Zementschleier auf den Glassteinen wurde mit Hilfe eines Glasradierers beseitigt. Schließlich wurden die Salzausblühungen ausgewaschen und die Wände und Decken gesäubert. Dann konnten die Arbeiten am Mosaik beginnen, die etwa sechs Wochen in  Anspruch nahmen.

 

Heft 10 - Ereignisse, die heute schon Geschichte sind.

Ludwig Friedrich zeichnet in „170 Jahre Brühler Koller-Fähre. 1835 – 2005“ die Geschichte der Brühler Fähre nach. Er geht dabei auf die Vorgeschichte des Ketscher Rheinübergangs ein, um anschließend die Verlegung der Fähre von Ketsch nach Brühl zu beschreiben. Deren Ursache ist die Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla zwischen 1836 bis 1841. Diese ehemalige Ketscher Fähre wurde 1904 durch eine neue Längsseil-Gierfähre ersetzt, die  bis März 1945 in Betrieb war. Nach einer provisorischen Zwischenlösung mit dem Dampfboot „Anna“ aus Mannheim und einer Pontonfähre nahm das  Fahrzeug nach seiner Instandsetzung den Fährbetrieb wieder auf. 1957 erfolgte dann die Umrüstung zur Grundseil-Gierfähre. 1968 musste die gesamt Einrichtung wegen Materialermüdung jedoch aufgegeben werden. Eine Fähre aus dem Düsseldorfer Rheinhafen wurde nach fünfjähriger Pause vom Land Baden-Württemberg übernommen. Seit 1973 versieht dieses Fahrzeug nun den Fährdienst.
Hans Weihe verfasst eine kurze „Chronik der Nebenbahn Rheinau - Brühl (Ketsch). 1905 bis 1966.“ Er geht bei seinen Recherchen  bis in die Anfangsjahre der Großherzoglichen Badischen Staatsbahn zurück. Die eigentliche Geschichte der 1901 beauftragte der Brühler Gemeinderat den Landtagsabgeordneten und Ziegeleibesitzer Johann Baptist Eder mit der Wahrnehmung der Brühler Interessen. Bereits Ende 1902 wurde mit dem Bau der eingleisigen Nebenbahn Rheinau-Brühl begonnen.
Am [damals] östlichen Ortsrand von Brühl wurde ein Bahnhofsgebäude errichtet. Es bestand es aus einem Wohnhaus mit Wartesaal, Dienst- und Schalterraum. Die  Güterhalle  mit  Verladerampen  wurden  später  angebaut;  ebenso  die  Abortanlage  mit  einem  Waschschuppen. Durch  mehrmalige  Umbauten erhielt der kleine Brühler Bahnhofskomplex sein  Aussehen. Zur Gesamtanlage des Bahnhofsgeländes gehörten  ein  Ausweichgleis  und  eine Verladestraße mit Rampen sowie ein Abstellgleis, eine Gleiswaage und  ein Begrenzungsmaß. Die feierliche Eröffnung der Nebenbahn Rheinau-Brühl fand am 30. September 1905 statt.  Anschlussgleise erhielten die Firma Luftschiffbau Schütte-Lanz (1910) und die Ziegelei Eder. Die Verlängerung der Strecke nach Ketsch konnte am 1. Juli 1912 eröffnet werden.
Mit dem Sommerfahrplan 1948 wurde der Zugbetrieb von Ketsch nach Mannheim Hauptbahnhof wieder aufgenommen. In den 1950er Jahren ergänzt ein Busbetrieb den Zugverkehr. Die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung zog zusätzlich Bahnkunden ab, so dass in den 1960er Jahren der Bahnbetrieb ausgedünnt und schließlich ganz eingestellt wurde.
Am 23. September 1966 fuhr der letzte Zug auf der Nebenbahn Mannheim-Rheinau-Brühl-Ketsch. Vom 10. bis 18. Juni 1969 wurden die Bahnhofsgebäude durch die Brühler Firma Langlotz abgerissen. Das Bahnhofsgelände wurde von der Gemeinde erworben. Heute stehen darauf die Wohnhäuser entlang der Bahnhofstraße.
Willibald Schreck  berichtet über „120 Jahre „Altes Schulhaus“. 1884 – 2004“. An der Hauptstraße, gleich neben der Schutzengelkirche, steht das Gebäude mit der Hausnummer 23, das die Brühler „Altes Schulhaus“ nennen.
Die örtlichen Schulverhältnisse waren bis zur Verstaatlichung des badischen Schulwesens im Jahr 1876 und dem Bau des „Alten Schulhauses“ sehr bescheiden. Der Bericht des Großherzoglichen Bezirksamtes Schwetzingen an den Großherzoglichen Oberschulrat in Karlsruhe vom 13. Januar 1881 stellte die „Unzulänglichkeit der Schullocalitäten in Brühl“   und die „Nothwendigkeit   des Neubaus eines Schulhauses“ recht anschaulich dar. Im Frühjahr 1883 begannen die Arbeiten zum Schulhausneubau unter Leitung des Architekten v. Kenne und des Baulehrers Schäfer aus Mannheim. Ende September 1884 wurde das Schulhaus fertig gestellt.

In Brühl glaubte man,  damit die Schulraumnot über die Jahrhundertwende hinaus beseitigt zu haben. Doch die Schülerzahlen stiegen von Jahr zu Jahr rapide an, und das alte (früher katholische) Schulhaus war inzwischen baufällig geworden. Der Bau eines weiteren Schulhauses wird notwendig.  1898  wird es am  östlichen  Ende  des   Schulgartens  entlang  der Kirchenstraße mit zwei Lehrsälen und zwei Lehrerwohnungen errichtet.

Seitdem ist das 1884 vollendete Schulgebäude das „Alte Schulhaus“. Obwohl es seit der Fertigstellung der Schillerschule im Jahr 1967 gar nicht mehr als solches benötigt wird sondern örtliche Vereine es nutzten, ist es bei den Brühlern bis auf den heutigen Tag das „Alte Schulhaus“ geblieben.

Heft 11 - Schätze des Gemeindearchivs I

Heft 12 - Schätze des Gemeindearchivs II

Heft 13 - Von Kirchturm zu Kirchturm

Heft 14 - Ziegeleien

Die erste bekannte Gastwirtschaft im Ort war der „Karpfen“, der als Gebäude noch besteht, aber seit einigen Jahren nicht mehr den alten Zweck erfüllt. Er hat im Jahr 1707 schon bestanden (denn damals wurde dessen Wirt Sebastian Moser zum Schultheiß ernannt), seine Ursprünge liegen aber bislang im Dunkeln.
Nach der Schließung des „Karpfen“ ist das zweitälteste Gasthaus „vorgerückt“ als das nunmehr älteste, noch bestehende seiner Art: Die 1734 als „Gastwirtschaft zum Ochsen“ eröffnete jetzige „Ratsstube“. Das Alter des „Ochsen“, seine ununterbrochene Bewirtschaftung lassen sich anhand von Unterlagen nachweisen. Ebenso die Namen der Wirte seit 1771.
In dieser dreihundert Jahren fanden eine Reihe von Umbauten statt, die den aktuellen Erfordernissen der Öffentlichkeit an ein Gasthaus entsprechen sollten.
Um 1869 wurde ein Tanzsaal als Anbau an den damaligen Südflügel des Gebäudes errichtet. Es folgte 1905 ein Anbau an der Ketscher Straße, ein zweistöckiger Neubau. Der nächste Umbau im Jahr 1913/14 betraf den alten Südflügel, als Tanzsaal und Schankräume zusammengelegt wurden. 1922 wurde der bisherige Südflügel abgerissen und ein Festsaal angebaut. Dessen Fassade schmückt noch heute die Festhalle.  Nach einem Brand der alten Scheune im Jahr 1928 wurde eine geschlossene Kegelbahn sowie ein kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude an dessen Stelle errichtet.
1968 erwarb die Gemeinde Brühl den „Ochsen“ und ließ eine Festhalle erstellen, die am 23. Dezember des Jahres eröffnet wurde. Die Festhalle erhielt später eine größere Bühne sowie einen völlig neues Aussehen im Inneren, das sie bis 2010 prägen sollte.
1975 wurde der alte Gasthof „zum Ochsen“ in „Ratsstube“ umbenannt,  als „Wein-Restaurant“ deklariert und bot erstmals in seiner Geschichte keine Fremdenzimmer mehr an. Maßnahmen, die später teils zurückgenommen wurden.
Aus der ursprünglich 2001 geplanten Sanierung der „Ratsstube“ wurde eine umfangreiche Umgestaltung. Nach langen Umbauten verfügt nun die Gemeinde Brühl in der Kombination von „Ratsstube“ und „Festhalle“ über ein gutes Angebot für bedeutende gesellschaftliche Anlässe.

Heft 15 – Gasthaus „Zum Ochsen" / „Ratsstube"

Heft 16 – Gesundheitsfürsorge

Heft 17 - Julius Karl Görler – Ein Stück Brühler Industriegeschichte

Am  10. Januar  1998  veröffentlichte die Schwetzinger Zeitung“ einen Artikel über die Schenkung der Ruffler-Bibel aus dem Jahr 17555 an die Gemeinde durch Rosemarie Ruffler als Verchtnis ihres Mannes. Pfarrer Ackermann verfasste  im Auftrag des Heimat- und Brauchtumsvereins einen Beitrag für die Ortsschell“ über diese im Jahr 1755 gedruckte Bibel. Lesen sie selbst, was er über diese Bibel zu sagen weiß.

 

 

 Die Brühler Mühlen werden vonWeihe  hat  sich  dieses  schwierigen  Mühlen- Themas angenommen und versucht in seinem Beitrag ein wenig Licht in die komplizierten Mühlen-Verhältnisse zu bringen.

 

Mit der Herkunft der Tradition der Weihnachtsgans  befasst sich weiterer Artikel.  Der Legende nach hat die englische Königin Elisabeth I. (1558-1603) die Nachricht vom Sieg über die spanische Armada (1588) eben in dem Moment am Heiligen Abend erfahren, als ihr eine Gans serviert wurde. So sei  die  englische  Weihnachtsgans  popur  geworden,  habe  dann  den Sprung  über  den  Kanal  auf den  Kontinent  erfolgreich geschafft, wo sie- auf der Speisetafel schon durch die Martinsgans ausgesprochen gut eingeführt  - auch  zunehmend  das  „Weihnachtsessen in  unseren  Landen gestaltet habe.

 

Ein Beitrag von Dr. Fritz Reh (1910-1944) mit dem Titel Aus der Baugeschichte der Brühler Kirchen“, fand sich in alten Zeitungen.

 

Mit einigen Worten über Weihnachten Sitten und Bräuche im Wandel der Zeit“ und den Jahreswechsel endet die  Ortsschell Nr.5.