Erste Öffnung im Jahr 2012 lockte Besucher/ Aktuelle Ortsschell beliebt

Schütte-Lanz-Begeisterte, Vereinsfreunde und Geschichtsinteressierte strömten am vergangenen Samstag zur ersten Öffnung der Heimatstube in diesem Jahr. Schnell füllten sich die Zimmer und die Vorstandsmitglieder des Heimatvereins hatten alle Hände voll zu tun, die Gäste durch die Heimatstube zu führen. Bei der Besichtigung bot sich auch die Gelegenheit, die aktuelle „Ortsschell" des Vereins zu kaufen, Autor Reimer Schölermann stand gerne Rede und Antwort. Die inzwischen 15. Ausgabe dieser ortsgeschichtlichen Schrift beschäftigt sich diesmal mit der Geschichte der ältesten, noch betriebenen Gaststätte der Hufeisengemeinde, der heutigen „Ratsstube".

 Vor gut 280 Jahren das erste Bier gezapft

1734, so informiert der Autor dieser „Ortsschell", Reimer Schölermann, wurde das Lokal am Treffpunkt der wichtigen Straßen des Ortes, unter dem Namen „Gastwirtschaft zum Ochsen" eröffnet. Seit 1771 lasse sich in den Archiven sogar die ununterbrochene Bewirtschaftung und die lückenlose Auflistung aller dort tätigen Wirte urkundlich nachweisen, erklärt Schölermann in dem historisch detailverliebten, knapp 30 Seiten starken Heftchen. Er erinnert an die Wirtsfamilie Ueltzhöffer, die das 18. Jahrhundert lang den Tresen prägte, an die Familie Schuh, die 60 Jahre im 19. Jahrhundert am Zapfhahn stand, und an viele andere Gastwirte dort. Mit Heinrich Schuh begann auch die Geschichte des „Ochsen" als Vergnügungswirtschaft, denn er war es, der erstmals einen kleinen Tanzsaal bauen ließ – dieser Saal gilt als Keimzelle der heutigen Festhalle.

Schölermann berichtet in seinem geschichtlichen Rückblick über Erweiterungen und Umbauten, bis in den sogenannten „Goldenen 20ern" in Brühl der Tanz- zum Festsaal wurde. Der neue Wirt hieß damals Josef Paulus. Er ließ sich auch von der Wirtschaftskrise nicht schrecken, sondern zeigte sich innovativ und schuf den viele Jahre lang wichtigsten Saal im gesellschaftlichen Leben der Hufeisengemeinde. In den 70 Jahren veränderte der Gasthof seinen Namen und Charakter, wurde zur „Ratsstube" und damit zum Weinrestaurant deklariert.

Zum Jahrhundertwechsel standen dann noch einmal umwälzende Veränderungen mit der Komplettumgestaltung von Gaststätte und Festhalle an – Arbeiten, die erst vor einem Jahr ihren Abschluss fanden. Die Schrift spannt so einen umfassenden Bogen vom Gestern ins Heute. (Text: Ralf Strauch).

Die Ortsschell und das Heimatbuch kann an folgenden Verkaufsstellen erworben werden:

Kreativ, Bastel- und Geschenkartikel, Kinder-Secondhand-Shop, Mannheimer Straße 35
H. Pister, Tabak und Zeitschriften, Mannheimer Straße 22
Bücherinsel, Mannheimer Straße 19